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DRUCKANSICHT


Europäische Union

Seit Ende der 1990er Jahre bekommen Jugendliche und ihre Interessen in der Europäischen Union zunehmend Aufmerksamkeit. Das zeigt sich nicht zuletzt am deutlich sichtbaren Kompetenzzuwachs im Jugendbereich auf europäischer Ebene. Stand in den Jahren davor eher die Förderung des Jugendaustausches und des Aufenthalts in einem anderen EU-Land durch EU-Förderprogramme im Vordergrund, fand mit der Erarbeitung und Veröffentlichung des EU-Weißbuches „Neuer Schwung für die Jugend Europas“  im Jahr 2001 ein Paradigmenwechsel statt. Im Weißbuch bekräftigte die Europäische Kommission ihren Willen, Jugendliche künftig stärker in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und der europäischen Jugendpolitik einen neuen Rahmen zu verleihen. Die EU-Mitgliedstaaten schlossen sich dem an. Im 2002 entschieden die Jugendminister und –ministerinnen, in bestimmten Bereichen der Jugendpolitik verstärkt zusammenzuarbeiten. Aus einer europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich wurde damit eine europäische Jugendpolitik.

Im April 2009 stellte die Europäische Kommission stellte den Vorschlag zu einer „EU-Strategie für die Jugend – Investitionen und Empowerment“ vor. Diese Mitteilung ist die Grundlage für die Nachfolge des „Rahmens der europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich“, der dieses Jahr ausläuft. Im November soll diese zukünftige Jugendstrategie bis 2018 vom EU-Rat beschlossen werden.

Im Kern fasst die Strategie diejenigen Instrumente zusammen, die seit dem EU-Jugendweißbuch entwickelt wurden: Zum Einen die offene Methode der Koordinierung (OMK) als gegenseitiges Lernen von Mitgliedsstaaten und zum Anderen die direkte Rückkopplung zu jungen Menschen über den „Strukturierten Dialog“. Beides, also die OMK und der Strukturierte Dialog sollen dabei nicht nur auf EU-Ebene, sondern auf allen Ebenen bis hin in den Kommunen genutzt werden.

Die Strategie in ihrem Entwurf macht keinen Hehl daraus, dass man Jugend vor allem unter dem Aspekt der Zukunftsfähigkeit betrachtet.

 

Europarat

1949 gegründet ist der Europarat die älteste politische Organisation Europa. In ihm sind 46 europäische Länder zusammengeschlossen, inklusive 21 Länder aus Mittel- und Osteuropa. Die Ziele des Europarates sind es:

 

Weitere Informationen: www.coe.int

Ko-Management: Der Europarat als Vorbild für Jugendbeteiligung

Der Europarat legt großen Wert auf Jugendbeteiligung und gilt deshalb als großes Vorbild. Er erkennt die verschiedenen Jugendorganisationen als gleichberechtigte Partner an und legt gemeinsam mit ihnen seine Jugendpolitik fest.

Dies geschieht im Gemeinsamen Rat für Jugendfragen, in dem 30 Jugendvertreter/innen aus ganz Europa auf gleicher Augenhöhe mit den Regierungsvertretern/innen der 46 Mitgliedstaaten zusammenarbeiten. Gemeinsam entscheiden sie über die Prioritäten, die Zielsetzungen und das Budget für die Jugendpolitik des Europarates. Die Jugendvertreter/innen bilden den so genannten Advisory Council, die beratende Versammlung

www.coe.int/t/dg4/youth/Coe_youth/co_management_en.asp

 

Die Jugendzentren des Europarats

Um den Interessen junger Menschen gerecht zu werden, hat der Europarat 1972 das Europäische Jugendzentrum (EJZ) in Straßburg ins Leben gerufen. Nach den Umwälzungen in Europa im Jahr 1989 und der Erweiterung des Europarats auf die Länder Mittel- und Osteuropas wurde 1995 in Budapest ein zweites Jugendzentrum gegründet. Beide Zentren bieten Unterbringung für Bildungsveranstaltungen im jugendpolitischen Kontext.

Die Europäischen Jugendzentren bieten alljährlich Trainingskurse in Zusammenarbeit mit den europäischen Jugendorganisationen an. Die Themen dieser Lehrgänge sind auf eine größere Effizienz der internationalen Jugendarbeit ausgerichtet. So können etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendverbänden, die ihrer Arbeit einen internationalen Rahmen geben wollen, ihre Sprachkenntnisse in Kursen verbessern.

Das Ministerkomitee des Europarates gründete zudem das Europäische Jugendwerk (EJW), um internationale Aktivitäten, die von jungen Menschen für junge Menschen organisiert werden, finanziell zu unterstützen. Dank des EJW können die Jugendorganisationen multilaterale Projekte durchführen.

Ein gemeinsamer Verwaltungsrat trifft sämtliche Entscheidungen im Hinblick auf die Programme der Europäischen Jugendzentren und des Europäischen Jugendwerkes und legt die allgemeinen politischen Richtlinien dieser Institutionen fest. Der Verwaltungsrat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter von zwölf Regierungen und zwölf Jugendorganisationen zusammen. Jeder hat eine Stimme.

Mehr Informationen zu den Jugendzentren gibt es hier: www.coe.int/t/dg4/youth/EYC/European_Youth_Centres_en.asp

 



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