Die Rolle nationaler Jugendringe für Demokratie – Konsultation im Europäischen Jugendzentrum Straßburg
Das Seminar fand vor dem Hintergrund der demokratischen Erosion in den letzten zehn Jahren statt, wobei das Schrumpfen des politischen Handlungsspielraums (shrinking spaces, closed spaces, closing spaces) als eine der zentralen Merkmale dieser Entwicklung betrachtet wird.
Eröffnet wurde das Seminar durch Tobias Flessenkemper, Leiter der Jugendabteilung des Europarats. In seiner Eröffnungsrede hob er hervor, dass die Arbeit der Jugendringe ehrenamtlich sei und diese eine entscheidende Rolle für die Demokratie spielten. Er betonte, dass Jugendringe in Europa einzigartig seien und auch andere Regionen der Welt von diesem Konzept inspiriert wurden. Er wies darauf hin, dass viele Jugendringe mit erheblichen Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben. Dennoch sei finanzielle Unterstützung nicht die alleinige Lösung für die Herausforderungen der Jugendringe.
Im Rahmen von Workshopgruppen wurden Themen wie die Struktur, Finanzierung, Anerkennung und die Mitgliedsorganisationen der nationalen Jugendringe sowie die Identifizierung von Stärken und Herausforderungen behandelt. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Diskussion über die Unterstützungsmöglichkeiten durch die European Youth Foundation und die Jugendabteilung.
Anschließend wurden die Ergebnisse der 10. Jugendminister*innenkonferenz in Malta vorgestellt und die darauf basierenden weiteren Möglichkeiten der Politikgestaltung durch nationale Jugendringe vor dem Hintergrund der Abschlusserklärung und des Referenzrahmens einer Jugendperspektive diskutiert.
Der stellvertretende Generalsekretär des Europarats, Bjørn Berge, nahm an dem Abschlussevent des Seminars teil und betonte, dass die nationalen Jugendringe bereits zur Arbeit am Thema Shrinking Spaces und weiteren aktuellen Herausforderungen für junge Menschen und die Zivilgesellschaft in Europa beigetragen hätten – und auch für den weiteren Prozess von zentraler Bedeutung seien.
Das Seminar fand im Rahmen des Projekts „Youth Revitalizing Democracy“ statt. Ergebnisse fließen in die Konsultation zum New Democratic Pact for Europe ein. Der Prozess hin zu einem New Democratic Pact for Europe wird 2026 in einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschef*innen münden, bei dem richtungsweisende politische Entscheidungen und Verpflichtungen zur Stärkung der Demokratie in Europa erwartet werden.